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72 Stunden zur Rettung der Ozeane
Unsere Ozeane sterben. Geschwächt von Verschmutzung und der Zerstörung industrieller Fischerei verkommt die magische blaue Tiefe voller Leben zu einer kargen Ödnis. Doch in den nächsten 72 Stunden beschäftigen sich Regierungen der Welt mit einem neuen Rettungsplan -- und wir können helfen, ihn durchzusetzen.Schockierenderweise geben Regierungen Milliarden für die Subventionierung der kommerziellen Fischereiindustrie aus, die unsere Meere leerfischt. Der neue Plan würde diesem Skandal ein Ende setzen, ein neues Abkommen für den Schutz der Hochsee formulieren und wichtige Meeresschutzzonen schaffen. Doch Kanada, die USA und Japan drohen, den Plan zu verwässern oder ganz aufzuhalten. Unsere einzige Hoffnung ist, Europa beim Verfechten der Idee den Rücken zu stärken bevor es zu spät ist. Das wichtige Treffen findet still und leise hinter verschlossenen Türen bei den Vereinten Nationen statt. Rücken wir die Verhandlungen ins öffentliche Rampenlicht und geben wir Europa weltweite Unterstützung für die Rettung unserer Ozeane. Unterzeichnen Sie die dringende Petition und erzählen Sie Freunden und Bekannten davon -- sobald wir 500.000 Unterschriften erreichen bringen wir die Petition direkt in die Verhandlungen.Unsere Meeresökosysteme brechen zusammen und 85% der Fischbestände sind in gefährlichen Maße dezimiert. Doch niemand reguliert das Plündern der Schleppnetzfischer und Abfall vergiftet unsere Meere. Ohne eine dringende Intervention jetzt könnten unsere Kinder und Enkel Wale und Korallenriffe nur noch in Geschichtsbüchern erleben. Wissenschaftler sagen, dass wir jetzt einen mutigen Plan brauchen, der 20% unseres blauen Planeten bis 2020 als Schutzgebiete bestimmt. Nur so könnten sich die Meere für kommende Generationen regenerieren. Desweiteren sollte solch ein Plan Subventionen für die industrielle Fischerei ein Ende machen und ein neues Schutzabkommen für die Ozeane außerhalb von Landesgrenzen schaffen. Entgegen aller Erwartungen drängt die Europäische Union diese Woche auf eine Einigung und hat dafür die Unterstützung vieler Entwicklungsländer. Doch die Blockierer kämpfen darum, die Schutzzonen einzugrenzen und Entscheidungen über ein globales Abkommen in die ferne Zukunft zu verschieben. Sollten sie ihren Willen nicht kriegen drohen sie, den Plan in seiner Gänze zu ertränken bevor er überhaupt ins Leben gerufen wurde. Diese Woche geht es um alles oder nichts für die Ozeane -- unsere einzige Hoffnung ist es, in den kommenden drei Tagen massiv und öffentlichkeitswirksam die Europäer zu unterstützen und einen Meeresrettungsplan durchzusetzen. Unterzeichnen Sie jetzt die dringende Petition: http://www.avaaz.org/de/72_hours_to_save_our_oceans/?vl Wir wissen, dass wir bei den Ozeanen gewinnen können. Unser Netzwerk half, das größte Meeresschutzgebiet der Welt zu schaffen und erzielte Erfolge beim Schutz für Wale und Tunfisch. Doch unsere Ozeane sterben schneller als je und eine Art nach der anderen nähert sich dem Rand der Ausrottung. Fordern wir jetzt einen umfassenden weltweiten Rettungsplan für die Ozeane. Quelle: Avaaz Org
Aktuelle Studien zur Strahlenbelastung durch Mobilfunkgeräte
Gut Ding will Weile haben: Von der Entdeckung bzw. Entwicklung bis zur Markteinführung vieler Produkte vergehen Jahre, oftmals gar Jahrzehnte. Vom Auftreten negativer Begleiterscheinungen oder Folgen mancher Produkte bis zur Vorstellung und Markteinführung einer geeigneten Lösung für solche Probleme dauert es oftmals - leider viel zu oft ? ebenso lange.Beispiele hierfür gibt es genug: 1874 wurde DDT1) erstmals synthetisiert, die Insekten tötenden Eigenschaft von DDT wurden 1939 entdeckt. Zwischen den ersten Hinweisen auf die zahlreichen negativen langfristigen Folgen für die Natur und dem Verbot (1972: U.S.A., Kanada; 1979: Deutschland) vergingen fast 20 Jahre! ?Gefahr erkannt ? Gefahr gebannt? oder ?Abwarten und Tee trinken?? Bereits vor 10 Jahren hatte die zur WHO2) gehörende Organisation für Krebsforschung3) (IARC) das potenzielle Risiko für elektromagnetische Felder, umgangssprachlich auch ?Elektrosmog?, auf Stufe 2b heraufgesetzt ? und damit auf die gleiche Gefahrenstufe wie z. B. Chloroform, DDT, Auspuffgase. Vor wenigen Wochen bestätigt die IARC diese Einstufung für hochfrequente Felder und damit auch für Mobilfunkgeräte (Handys) nochmals.Leider bedarf es allzu oft erst einer Reihe erschreckenden Ereignisse wie Tschernobyl oder Fukushima bis ein Umdenken erfolgt. Die Mühlen der Politik mahlen langsam ? oft zu langsam. Das zeigt die Geschichte. Auch seitens der Industrie werden Gefahren und Risiken lange Jahre zunächst bestritten, dann verharmlost. Man denke nur an die Gefahren des Rauchens: Zwischen den ersten Verdachtsmomenten hinsichtlich der krebserregenden Wirkung über das Verbot der TV-Werbung für Tabakprodukte bis hin zur obligatorischen Anbringung von Warnhinweisen auf den Packungen sind Jahrzehnte vergangen.Eigenverantwortliches, vor allem: vorsorgliches und schnelles Handeln ist auch im Fall der elektromagnetischen Strahlung (Elektrosmog) gefordert. Zum Glück haben wir nicht nur die Wahl, sondern auch Möglichkeiten, uns vor den Folgen elektromagnetischer Strahlung zu schützen, und potenzielle Risiken zu minimieren oder auszuschließen. Vorhandene Lösungen und Produkte wie bspw. die der Firma memon Umwelttechnologie zur Prävention potenzieller Gefährdungen einzusetzen, ist sicherlich die weisere Entscheidung. Weiterführende Infos (Bücher, DVDs) zum Thema:Die memon®-RevolutionZivilcourage ? Die Wahrheit über unsere Handys (DVD)1) DDT = Dichlordiphenyltrichlorethan2) WHO = World Health Organization,(Weltgesundheitsorganisation)3) IARC = International Agency for Research on Cancer (Internationale Organisation für die Krebsforschung)Quellen: WHO: http://www.who.int/en IARC: http://www.iarc.fr Europarat: Resolution 1815 (2011) http://assembly.coe.int/Mainf.asp?link=/Documents/AdoptedText/ta11/ERES1815.htm The Journal of the American Medical Association;Offizielles Fachorgan des National Institutes of Health (NIH), US-Amerikanische Gesundheitsbehörde http://jama.ama-assn.org/content/305/8/808.abstract Russian National Commitee on Nonionbizing-Radiation Resolution: Electomagnetic fields from mobile phones - Health effect on children and teenagers (Russisches Nationales Komitees zum Schutz vor Nicht-Ionisierender Strahlung ? RNCNIRP) ? Resoluton: Elektromagnetischer Felder von Mobiltelefonen: Gesundheitliche Auswirkungen auf Kinder und Jungendliche)http://iemfa.org/images/pdf/RNCNIRP_Resolution_2011.pdf
Bislang war es für Nationalstaaten schwer, einmal in der EU für den Anbau zugelassene Gen-Pflanzen von den Äckern zu verbannen. So mussten neue wissenschaftliche Erkenntnisse angeführt werden, um ein Verbot verhängen zu können. Diese wurden von der EU-Kommssion geprüft - und oft abgelehnt. Diese Entscheidung konnte nur von einer Zweidrittelmehrheit der Mitgliedsstaaten überstimmt werden. Das wiederum hat in der Vergangenheit immer geklappt - knapp! Das soll jetzt anders werden: Die Mitgliedsstaaten können sich bei einem nationalen Anbauverbot auf bereits bekannte Umweltrisiken wie die Entstehung herbizidresistenter Unkräuter oder negative Einflüsse auf die Artenvielfalt berufen. Auch negative sozioökonomische Folgen dürfen angeführt werden. Zudem brauchen die Länder nicht mehr die Zustimmung der EU - sie müssen die EU lediglich informieren. Allein die Gentechnikkonzerne können das Verbot rechtlich anfechten - und das ist wesentlich schwerer. Der ursprüngliche Vorschlag der Kommission sah daher auch vor, dass die EU-Staaten nur ethische Bedenken für ein Anbauverbot vorbringen dürfen, über die Umweltrisiken wollte die EU-Kommssion weiterhin die Entscheidungsgewalt haben. Ethische Kriterien sind aber wesentlich leichter anfechtbar. "Mit dem heute abgestimmten Vorschlag haben die Mitgliedsstaaten jetzt endlich mehr Spielraum, riskante Gen-Pflanzen dauerhaft vom Acker zu verbannen", sagt Gentechnik-Expertin Stephanie Töwe-Rimkeit. "Agrogentechnik ist und bleibt eine Risikotechnologie und jedes Land sollte diese aufgrund der unabsehbaren Folgen verbieten können." Werden jetzt mehr neue Gen-Pflanzen zugelassen? Verbote können nun auch ausgesprochen werden, wenn nicht genügend Daten für eine gründliche Sicherheitsprüfung vorliegen - Daten, die die Gentechnik-Industrie gerne zurückhält oder gar nicht erhebt. Hier sieht Töwe-Rimkeit eine generelle Schwachstelle: "Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) besticht nicht durch vertrauenserweckende Sicherheitschecks von Gen-Pflanzen. In der Vergangenheit wurden immer wieder Gen-Pflanzen Unbedenklichkeitsbescheinigungen ausgestellt, bei denen im Nachhinein ernsthafte Bedenken an deren Sicherheit auftraten wie zum Beispiel beim Gen-Mais Mon810 oder Mon863. Ganz zu schweigen von der Zulassung der Gen-Kartoffel Amflora von BASF, die aufgrund eines Antibiotikaresistenzgens gar keine positive Bewertung durch die EFSA hätte bekommen dürfen." Bislang waren deshalb auch einige Mitgliedsstaaten besonders kritisch bei der Zulassung neuer Gen-Pflanzen. Sie wussten, dass sie diese dann auch auf ihren Äckern haben würden - sollte ein Verbot nicht klappen. Deshalb vermutet Töwe-Rimkeit, dass die EU-Kommission das Recht auf nationale Anbauverbote - in verwässerter Form - vorangetrieben hat: "Dadurch dass die Mitgliedsstaaten nun beim Anbauverbot mehr Spielraum haben, ist die Gefahr größer, dass sie bei der Zulassung neuer Gen-Pflanzen leichter zustimmen werden. Doch Gen-Pflanzen machen nicht an der Grenze halt - einmal ausgebracht, breiten sie sich über Pollenflug aus." "Es ist daher nach wie vor unerlässlich, dass die EFSA endlich ihrem Namen gerecht wird und gentechnisch veränderte Pflanzen umfassend und ausreichend prüft. Die Mitgliedsstaaten müssen schon im Zulassungsverfahren rechtzeitig die Bremse drücken und weiterhin eine europäische Verantwortung übernehmen, damit keine risikoreichen Gen-Pflanzen im großen Maßstab auf europäische Äcker gelangen." Der Prozess ist noch nicht abgeschlossen - jetzt muss der Ministerrat entscheiden.Quelle: Greenpeace
Blaues Gut statt brauner Brühe
(djd/pt). Morgens mit klarem Wasser die Zähne putzen, oder sich abends in ein Bad mit aromatisch duftenden Zusätzen zu legen - das erscheint hierzulande normal. Niemand würde sich an einer schmutzigen Pfütze waschen oder aus einem dreckigen Wasserloch trinken. Genau das ist aber für 900 Millionen Menschen auf der Welt Alltag: Sauberes Wasser bedeutet Luxus, sie müssen mit brauner Brühe statt blauem Gut leben. Aus diesem Grund sterben nach Angaben der Welthungerhilfe jährlich 1,9 Millionen Menschen in Entwicklungsländern an Durchfallerkrankungen, die über verschmutztes Wasser übertragen werden. Um diese Zustände zu ändern und das von den Vereinten Nationen anerkannte Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Grundversorgung möglichst überall auf der Welt durchzusetzen, fördert die Welthungerhilfe derzeit 21 Projekte in diesem Bereich. Sie umfassen ein Gesamtvolumen von 20 Millionen Euro. Hiervon profitieren über 1 Million Menschen. Ein regionaler Schwerpunkt wird auf den ländlichen Raum im südlichen und östlichen Afrika gelegt. Auch in Indien gehört Wassermangel zu den größten Problemen - das wertvolle Nass ist entscheidend für eine sichere Lebensgrundlage, über die tägliche Nahrung bis hin zu hygienischen Verhältnissen, die gesundheitliche Risiken ausschließen. An drei Standorten in den indischen Bundesstaaten Madhya Pradesh, Bihar und Jharkhand arbeitet die Welthungerhilfe daran, den Menschen in den Dörfern nachhaltig Wasser zur Verfügung zu stellen und auf politischer Ebene eine Lösung des Problems voranzutreiben. Gemeinsam mit rund 30.000 Kleinbauern werden Trinkwasser-, Sanitär- und Bewässerungsanlagen aufgebaut. Die Dorfbewohner planen und arbeiten mit, dabei lernen sie den Umgang mit der Technik und außerdem erfahren sie, wie das Wasser in der Landwirtschaft effizienter genutzt werden kann. Mit ihrem Engagement will die Welthungerhilfe das Wassermanagement gerechter und nachhaltiger gestalten. Mehr Informationen über dieses und viele weitere Projekte gibt es unter www.welthungerhilfe.de.
"E10"-Einführung erneut in der Kritik
Berlin: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat die Bundesregierung aufgefordert, die Einführung des Agrosprits "E10" endgültig zu stoppen. "E10" halte die Autohersteller davon ab, stärker auf Spritspar-Technologien zu setzen. "Weil sich die Hersteller die Beimischung von E10 als Klimaschutzmaßnahme anrechnen lassen, gibt der sogenannte Biosprit der Autoindustrie das fatale Signal, ihre falsche Modellpolitik fortzusetzen zu können. Deshalb muss das Ziel, 2020 zehn oder mehr Prozent Agrarkraftstoffe im Verkehrssektor einzusetzen, endlich aufgegeben werden", sagte der BUND-Verkehrsexperte Werner Reh. Sowieso fehle in Deutschland die dafür nötige Anbaufläche. Wenn die Bundesregierung wirksam Treibhausgase einsparen wolle, müsse sie ambitionierte CO2-Minderungsziele für den gesamten Verkehrssektor festlegen und dafür sorgen, dass die Fahrzeuge sehr viel sparsamer würden als heute. Mit Verweis auf die innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate auf dem Weltmarkt registrierte Steigerung der Weizenpreise um 70 Prozent forderte Reh die sofortige Rückkehr zur vor der "E10"-Einführung vorhandenen Beimischungsquote von maximal fünf Prozent Bioethanol. "Es muss aufhören, dass die Reichen in ihren PS-Boliden und Luxuskarossen die Nahrung der Armen verfeuern", sagte Reh. Guido Reinhardt vom IFEU-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg kritisierte ebenfalls die Pläne der Bundesregierung und der Europäischen Union zur Beimischung von Agrarkraftstoffen. "An die Stelle der Beimischungsquote von aktuell 6,25 Prozent Biosprit in Otto- und Dieselkraftstoffen in Deutschland und der EU-Vorgabe von zehn und mehr Prozent Anteil erneuerbarer Energien im Verkehrssektor für 2020 muss die bestmögliche und umweltgerechte Nutzung der vorhandenen Ackerflächen treten. Der Anbau von Getreide für die Ethanolproduktion und von Raps für Biodiesel ist nicht effizient", sagte Reinhardt. Derzeit würden in Deutschland auf rund 2,5 Millionen Hektar Energiepflanzen angebaut. Nach Prognosen des IFEU-Instituts verringere sich diese Fläche bis 2020 auf rund eine Million Hektar. Allein der Anbau von Weizen für einen zehnprozentigen Anteil von Ethanol im Benzin würde 2020 rund achtzig Prozent dieser Fläche benötigen. Reinhardt forderte eine gesellschaftliche Debatte darüber, wie die begrenzte Fläche am besten genutzt werden könne. "Der Fakten-Check wird zeigen, dass zur Ausweitung des Anbaus von Biomasse für den Tank keine zusätzlichen Flächen vorhanden sind", sagte Reinhardt. Eine wesentlich bessere Ökobilanz als der Anbau von Weizen und Raps hätten der Anbau schnell wachsender Baumarten und die Nutzung von Bioabfällen. Die daraus erzeugte Biomasse könne in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen verfeuert werden, die zugleich Strom und Wärme erzeugen. Reinhardt: "Es ist nicht sinnvoll, bei der Zertifizierung von Biokraftstoffen prozentuale CO2-Einsparungen auszurechnen und nicht die maximal mögliche CO2-Minderung pro Hektar zum Maßstab zu machen. Deshalb wird dringend eine neue Biomassestrategie mit einem Flächen-Nutzungsplan benötigt. Darin müssen sämtliche Flächennutzungen einer umfassenden CO2-Bilanz unterzogen werden." Quelle: www.bund.net
Jahr der Wälder
(pur). Die Deutsche Umwelthilfe e. V. (DUH) hat die Bundesregierung aufgefordert, sich anlässlich des von den Vereinten Nationen ausgerufenen Internationalen Jahrs der Wälder "endlich zu einer Waldstrategie durchzuringen, die den Wald und sein Ökosystem wirklich schützt und nicht nur nützt." Anlässlich des offiziellen Auftakts am 21. März erklärte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake: "Die Bundesregierung muss ihre eben erst erneut verschobene Waldstrategie auf einem gesicherten ökologischen Fundament aufbauen und mit ihrer schon 2007 beschlossenen Nationalen Strategie über Biologische Vielfalt passfähig machen". Mit Blick auf das offizielle Motto des Internationalen Jahr des Waldes ("Entdecken Sie unser Waldkulturerbe") sagte Baake: "Ein Waldkulturerbe wird es ohne die Sicherung des Waldnaturerbes nicht mehr lange geben." Alle Appelle von Bundespräsident Christian Wulff und der zuständigen Ministerin Ilse Aigner (CSU) seien wenig geeignet, den Wald zu schützen, solange es nicht gelinge, die gestiegene Nachfrage nach dem Rohstoff Holz mit der Sicherung der Belange des Natur- und Artenschutzes in Einklang zu bringen. Baake erinnerte daran, dass das von deutschen Forstleuten traditionell verfolgte Prinzip einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung ohne Beachtung der ökologischen Grundlagen nicht einzuhalten sei. Baake: "Ohne Gegensteuern bleibt die von der Regierung viel beschworene multifunktionale Waldbewirtschaftung eine Schimäre. Schlimmer noch: Wenn wir weiter das ökologische Fundament missachten, wird der deutsche Wald bald weder seine wirtschaftlichen noch seine sonstigen gesellschaftlichen Aufgaben erfüllen können." Die DUH fordert die Bundesregierung auf, in ihre geplante neue Waldstrategie alle wesentlichen Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie aufzunehmen und entsprechende Umsetzungsschritte einzuleiten. "Nach ihren eigenen Vorgaben hat sich die Bundesregierung verpflichtet, bereits bis 2010 gemeinsam mit den Ländern eine Strategie zur Stärkung der Biodiversität für alle Wälder im Besitz der öffentlichen Hand zu entwickeln und sie bis 2020 umzusetzen", sagte Ulrich Stöcker, der Leiter Naturschutz der DUH. "Die Bundesregierung muss hier montags auch tun, was sie sich sonntags vornimmt". Aigners Waldstrategie müsse auch die Erhaltung großräumiger, unzerschnittener Waldgebiete, den besonderen Schutz alter Waldstandorte und das Ziel eines Flächenanteils der Wälder mit natürlicher Waldentwicklung auf fünf Prozent der Waldfläche bis 2020 aufgreifen. Andernfalls würden die Ziele der Biodiversitätsstrategie im Waldsektor weit verfehlt. Dies gelte insbesondere für das darin angestrebte "ausgeglichene Verhältnis zwischen Waldverjüngung und Wildbesatz bis 2020". Stöcker kritisierte auch die Untätigkeit des Gesetzgebers bei der Novellierung des Jagdrechts. Viel zu hohe Schalenwildbestände machten in vielen Teilen Deutschlands auch die ebenfalls in der Biodiversitätsstrategie geforderte "Anpassung der Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels z. B. durch Anbau möglichst vielfältiger Mischbestände" nahezu unmöglich. Stöcker: "Hier werden Steuergelder verschleudert, wenn mit Rücksicht auf Lobbygruppen nicht auch eine stärkere Bejagung vorgegeben wird. Eine Kurskorrektur ist überfällig, doch leider sind Bäume keine Wähler." Quelle: www.duh.de
Verdächtige Handy-Strahlung
Die Weltgesundheitsorganisation hat am Dienstag die von Handys ausgehende Strahlung als 'möglicherweise krebserregend' eingestuft. Bei besonders intensiven Nutzern von Mobiltelefonen bestehe ein um etwa 40Prozent erhöhtes Risiko, einen seltenen Gehirntumor, ein sogenanntes Gliom, zu entwickeln. Zu dieser Gruppe gehören Menschen, die seit zehn Jahren ein Handy nutzen und damit 30 Minuten am Tag telefonieren. Die Wertung stammt von einer Arbeitsgruppe von 31 Fachleuten aus 14 Ländern, die bei der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC in Lyon getagt hatten, einem Teil der UN-Organisation für Gesundheit WHO. Sie berieten über Daten einer internationalen Untersuchung, der Interphone-Studie, die von Lyon aus koordiniert worden war. Schon deren Abschlussbericht im Mai 2010 sowie vorher veröffentlichte Teilergebnisse aus einigen Ländern hatten die jetzt offizielle Risikoschätzung ergeben. Vor einem Jahr hatte die Leiterin der Studie Elisabeth Cardis, die inzwischen am Umweltforschungszentrum Creal in Barcelona arbeitet, gesagt: 'Die obersten zehn Prozent unserer Studiengruppe scheinen tatsächlich ein erhöhtes Risiko zu haben, ein Gliom zu entwickeln.' An diesem Leiden erkranken in Europa pro Jahr etwa fünf von 100.000 Menschen. Handystrahlung wird von der WHO nunmehr in der Kategorie 2b geführt: 'possibly carcinogenic to humans' - möglicherweise krebserregend. Dazu gehören 266 Chemikalien und Tätigkeiten wie die Arbeit als Feuerwehrmann oder in einer chemischen Reinigung, Auspuffgase eines Benzinmotors, Kaffee als Risikofaktor für Blasenkrebs und das geächtete Pflanzenschutzmittel DDT. 'Die Beweislage ist stark genug, um die 2b-Klassifikation (für Handystrahlung, d. Red.) zu rechtfertigen', sagte Jonathan Samet von der University of Southern California, Leiter der Arbeitsgruppe. Die Forscher verweisen auch auf die große Anzahl von Handynutzern. Auf der Welt gebe es fünf Milliarden Mobilfunk-Verträge, hieß es in Lyon. Jeder Krebsverdacht stelle daher ein großes Gesundheitsproblem dar, sagte IARC-Direktor Christopher Wild. 'Es ist wichtig, pragmatische Maßnahmen zu ergreifen, um die Strahlenbelastung zu reduzieren, zum Beispiel Freisprecheinrichtungen zu nutzen und SMS-Nachrichten zu verschicken.' Die Interphone-Studie hatte in 13 Ländern, unter anderem Deutschand, 5.200 Krebspatienten mit 7.700 Gesunden verglichen. Die Daten wurden in den frühen 2000er-Jahren erhoben, damals waren Mobiltelefone weniger verbreitet als heute, und es gab weniger langjährige Nutzer. Über die ganze Gruppe betrachtet, ging dem Abschlussbericht zufolge von Handys keinerlei Gefahr aus, es gebe aber 'Hinweise' darauf. Die Resultate wiesen allerdings auch das erhöhte Risiko für intensive Nutzer aus. 'Das ergibt ein klares, widerspruchsfreies Bild', erklärte im vergangenen Mai der Epidemiologe Eberhard Greiser, der früher ein Institut der Universität Bremen geleitet hatte. 'Eine hohe Dosis Strahlung führt im betroffenen Gewebe zum Ausbruch eines seltenen Tumors.' Quelle: Süddeutsche, Christopher Schrader
Internetportal zur umweltgerechten Sammlung ausrangierter Handys
Mit dem Portal www.handysfuerdieumwelt.de will die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) die Wiederverwendung und das Recycling alter Handys einfacher gestalten. Anders als herkömmliche Recyclinginitiativen oder Ankaufportale kann der Nutzer hier für jedes einzelne Gerät mit wenigen Klicks die umweltfreundlichste und gleichzeitig für ihn finanziell günstigste Art der Entsorgung seines alten Handys finden. Über 72 Mio. ausrangierte Handys, so schätzt der Branchenverband BITKOM, liegen in den Schubladen der Deutschen. Die Bandbreite reicht dabei vom Elektronikschrott bis hin zu hochwertigen, nur wenige Monate oder Jahre alten Premiumgeräten. Jedes Jahr werden in Deutschland über 30 Mio. neue Handys und Smartphones verkauft, fast jedes von ihnen ersetzt ein altes Gerät. Nicht alle dieser Geräte sind Elektronikschrott, viele von ihnen lassen sich wieder verwenden, was Geld und Ressourcen spart. Mit Hilfe des neuen Portals kann der Handybesitzer Modell und Zustand angeben, dann zeigt das System ob das Gerät wieder verwendet werden kann, und wie hoch der Restwert geschätzt wird. Einen Teil des Betrages, den wirkaufens.de für das alte Gerät bezahlt, kann der Kunde dabei für die Arbeit der DUH spenden. Kann das Gerät nicht wiederverkauft werden, wird es ohne Kosten für den Kunden gesammelt und recycelt. Ein zertifiziertes Recyclingunternehmen prüft das Gerät, entsorgt die Schadstoffe umweltgerecht und sorgt durch fachgerechtes Recycling dafür, dass ein möglichst großer Anteil der wertvollen Rohstoffe zurückgewonnen wird. Quelle: www.duh.de
Ärzte behandeln sich selbst anders als ihre Patienten
Eine Patientin berichtete mir, sie habe den Rat des Krankenhausarztes zur chemotherapeutischen Behandlung nicht angenommen, sondern sich entschieden, sich außerhalb des Krankenhauses einer anderen Behandlung zu unterziehen (in diesem Fall einer Kombination von Artemisinin mit Ioneninduktionstherapie). Daraufhin erschien die Krankenhauspsychologin in ihrem Zimmer und bedrängte sie mit Angstvisionen. Unter anderem gaukelte ihr die Psychologin eine Heilungschance vor, die schon medizinisch unrealistisch ist. Es ist erstaunlich, dass sich die Psychologin zu Themen äußerte, von denen sie nichts versteht. Psychologisch kunstwidrig ist es aber, die Patientin durch Angst in ihrer Entscheidung gegen die Chemotherapie mürbe zu machen. Im Übrigen taucht die Frage auf, warum eine sachliche Entscheidung für oder gegen eine Therapie eine Psychologin auf den Plan rufen soll, nur weil die Patientin die Meinung des Arztes nicht annimmt. Immer wieder erreichen mich derartige Patientenberichte. Angesichts dessen ist eine gerade jetzt im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie bemerkenswert, wonach Ärzte bei sich selbst und ihren Angehörigen ganz andere ? nämlich zurückhaltendere ? Therapieentscheidungen treffen, wenn sie selbst von einem gesundheitlichen Problem betroffen sind (Quelle: Newsletter des Deutsches Ärzteblattes v. 12. April 2011). Die Studie (bei Ärzten in den USA) zeigte in einem in der Umfrage vorgestellten Beispielfall ("wie würden Sie für sich entscheiden, wenn Sie selbst betroffen wären?" gegenüber "welchen Rat geben Sie in diesem Fall Ihren Patienten?") eine Diskrepanz von 37,8 % der Entscheidung der Mediziner für sich selbst gegenüber 24,5 % der Entscheidung für die Patienten, wenn es um ein eher abwartendes Verhalten statt Operation ging, selbst wenn diese Entscheidung mit höherem Risiko einherging, an der Krankheit zu sterben, aber eben auch mit einem Verzicht auf gravierende Nebenwirkungen. Bei einer mit durch sehr starke Nebenwirkungen belasteten Immunbehandlung verzichteten 62,9 % der Mediziner angesichts der Nebenwirkungen lieber darauf, während sie ihren Patienten in nur 48,5 % davon abrieten. Während Ärzte ihre Patienten aggressiver und bedenkenloser zu therapieren gewillt sind, halten sie sich im eigenen Krankheitsfalle auffallend zurück und suchen eher andere Wege als die, die sie den Patienten empfehlen. Das ist die Schlussfolgerung dieser Studie. Solches hatte man schon lange vermutet. Dass die Diskrepanz aber so ausfällt wie es die jetzt publizierte Studie zeigt, ist bemerkenswert. Patienten, die vor einer Therapieentscheidung stehen, die mit ihrem eigenen Gefühl nicht in Übereinstimmung zu bringen ist, sollten nicht aufhören, kritische Fragen zu stellen, und sie sollten auch nicht darauf verzichten, den Arzt konkret zu fragen, wie er sich selbst oder für seine Ehefrau in dieser Situation entscheiden würde (in der Hoffnung, dass eine ehrliche Antwort gegeben wird). Mindestens eines wird als Konsequenz aus diesem Studienergebnis deutlich: so wissenschaftlich fundiert und standardisiert abgesichert wie es in schulmedizinischen Kreisen immer dargestellt wird, können viele schulmedizinische Behandlungsmethoden demnach offenbar doch nicht sein, auch wenn sie, was gerne geschieht, als "Goldstandard", als "Empfehlung der Ärztekonferenz" oder als "einzige Möglichkeit" bezeichnet werden. Dies alles erhärtet meine Empfehlung, die ich schon mehrfach ausgesprochen habe und sowohl in meinen Vorträgen als auch Publikationen immer wieder betone: in Zweifelsfragen ist den Patienten dringend zu raten, sich eine Zweitmeinung einzuholen, am besten aus ganzheitsmedizinischer Sicht, bevor sie sich einer Behandlung unterziehen, hinter der sie mit ihrem Bauchgefühl nicht stehen können. Dr. med. Karl Braun-von Gladiß, Privat-Institut für Ganzheitliche Medizin und Gesundheitsförderung
25 Jahre Tschernobyl ? Atomkraftwerke endlich abschalten!
Atommüll-Produktion und -Transporte stoppen, Atomwaffen abschaffen Am Ostermontag, dem 25. April 2011, organisiert der BUND zusammen mit anderen einen großen, bundesweiten Aktionstag gegen die Atomenergie. Damit tragen wir die Auseinandersetzung über die Atomenergie an jeden einzelnen Standort der Atomkraftwerke ? und fordern die Stilllegung aller Atomanlagen. Die Bundesländer müssen ihre Verantwortung endlich wahrnehmen und die Atomkraftwerke abschalten. Am 26. April ist sie 25 Jahre her: die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl. Sie erinnert daran, dass auch bei uns ein tödlicher Super-GAU jederzeit möglich ist, denn die Atomkraft ist unbeherrschbar. Das Unfallrisiko steigt mit dem Alter der Reaktoren, keiner ist gegen Flugzeugabstürze geschützt. Trotzdem hat die Bundesregierung die Laufzeiten der Atomkraftwerke in Deutschland verlängert. Nirgendwo auf der Welt gibt es eine Lösung für den Millionen Jahre strahlenden Atommüll. Die Atommülllager Asse und Morsleben zeigen, dass Atommüll nicht einmal für ein paar Jahrzehnte sicher gelagert werden kann. Dazu kommt, dass die Atomtechnologie die Grundlage für die Entwicklung von Atomwaffen ist. Bisher geplante Aktionsorte am Aktionstag Tschernobyl: Biblis Braunschweiger Land BrunsbüttelEsensham Grafenrheinfeld Grohnde Gronau/AhausGundremmingen Isar Krümmel LubminNeckarwestheim Phillipsburg Quelle: www.bund.net







