Webtagebuch der Petri-Apotheke - 82140 Olching

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Kosmetik: Pflanzen für die Haut
Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen können gegen Entzündungen der Haut helfen, Feuchtigkeit spenden und Falten vorbeugen Bei vielen Hautproblemen hat sich der Einsatz von Pflanzenkosmetik bewährt. Das gilt zum Beispiel für: Trockene Haut: Auszüge aus Aloe vera befeuchten. Cremes mit Kakao- und Sheabutter helfen, Feuchtigkeitsdepots aufzubauen. Empfindliche Haut: Mandelöl beruhigt. Kamille, Birkenblätter und Ringelblume beugen Irritationen vor. Fettige Haut: Iris, Zaubernuss (Hamamelis) und Wegwarte sollen die Haut klären und die Poren verfeinern. Fältchen: Nachtkerzenöl, Granatapfel und Rotklee wehren schädigende Einflüsse ab und beugen so der Hautalterung vor. Cellulite: Birke, Efeu, Frauenmantel und Schachtelhalm sollen in Cremes und Ölen für ein gleichmäßigeres Hautbild an Oberschenkeln und Po sorgen.29.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Herzinfarkt: So schützen sich Frauen am besten
Sport, die richtige Ernährung und eine gesunde Lebensweise können das Herztod-Risiko deutlich senken Frauen, die nicht rauchen, schlank bleiben, täglich eine halbe Stunde Sport treiben und viel Obst, Gemu?se, Nu?sse sowie Vollkornprodukte essen, können sich so meist vor einem tödlichen Herzinfarkt schu?tzen. Das errechnete ein Team des Brigham and Women?s Hospital in Boston (USA) anhand einer Studie mit knapp 82.000 Krankenschwestern.Je mehr sich Frauen an diese Regeln hielten, umso stärker nahm ihr Risiko fu?r einen plötzlichen Herztod ab. Das Fazit der Wissenschaftler: 81 Prozent dieser Todesfälle sind mit dem gesunden Lebensstil zu vermeiden.03.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Männer: Nutzt die Darmkrebsvorsorge!
Das starke Geschlecht hat ein höheres Risiko an Darmkrebs zu erkranken als Frauen. Eine rechtzeitige Vorsorgeuntersuchung kann Leben retten Männer haben in jedem Alter ein deutlich höheres Risiko, an Darmkrebs zu erkranken, als Frauen. Davor warnen Forscher des Uniklinikums München und legen nahe, früh mit entsprechenden Vorsorge-Untersuchungen zu beginnen. Sie werteten die Daten von 600.000 Darmspiegelungen aus.Derzeit empfehlen medizinische Fachgesellschaften eine erste Darmspiegelung ab einem Alter von 55 Jahren, unabhängig vom Geschlecht. Ein unbefriedigender Zustand, meinen die Wissenschaftler. Tumorvorstufen würden sich bei Männern im Durchschnitt früher entwickeln.04.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Glücksbaum: Arznei vom Wegesrand
In China schmückt er die Landschaft. Für Krebspatienten eröffnet der Glücksbaum Therapiemöglichkeiten "Glücklicher Baum" tauften ihn die Menschen im alten China. Diesen Ehrentitel erhielt er, so die Legende, zum Dank dafür, dass er Menschen von lästigen Krankheiten wie Erkältungen und Halsschmerzen befreit und ihnen darüber hinaus Glück bringen soll.Vielleicht gaben ihm die Chinesen den Namen aber auch aufgrund seines imposanten Erscheinungsbilds an Straßenrändern und Plätzen. Denn Camptotheca acuminata ist tatsächlich eine Schönheit. Die cremefarbenen Blüten sehen aus wie kleine Igel. Im Sommer entwickeln sich daraus zarte, bizarr geformte Früchte. Die dunkelgrünen Blätter sind länglich oval bis elliptisch und färben sich im Herbst leuchtend rötlich orange. Der Glücksbaum wird bis zu 16 Meter hoch.Heilversuche mit seinen Wirkstoffen wurden bereits bei Krankheiten der Gallenblase, Leber, Milz und des Magens unternommen, angeblich auch bei Tumoren. Bei Hautbeschwerden wie der Schuppenflechte hofften die Menschen ebenfalls mit seiner Hilfe auf Linderung. Medizin aus dem Reich der Mitte ?Camptotheca acuminata zählt zu den Heilpflanzen, die auch in der traditionellen Medizin Chinas von Bedeutung waren?, sagt Professor Henry Johannes Greten, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und Dekan der Heidelberger Schule für Chinesische Medizin.Die Heilkunde aus dem Reich der Mitte greift uraltes Wissen auf. ?Das legendäre und älteste erhaltene Arzneibuch Chinas, das Shennong ben cao jing, beschreibt 365 Heilpflanzen. Es entstand bereits in vorchristlicher Zeit?, berichtet Greten. Seit wann es die TCM tatsächlich gibt, bleibt unklar. ?Funde von Akupunkturnadeln sind bis zu 6000 Jahre alt?, weiß der Experte aus Heidelberg.Die fernöstliche Medizin begreift den Menschen als ganzheitliches Wesen, zu dem Körper und Seele, aber auch die Lebensumstände, die Beziehung zur Familie und andere Einflüsse gehören, die sich auf sein Wohlbefinden auswirken. Den Gesundheitszustand verstehen die Anhänger der Lehre als Wechselspiel von Yin und Yang, zwei gegensätzlichen, aber einander ergänzenden Kräften.Dazu passt auch der Glücksbaum mit seinen zwei Gesichtern: Einerseits ist er einfach nur schön, andererseits besitzt er ein großes Heilpotenzial. Die moderne Medizin interessiert sich vor allem für den Inhaltsstoff Camptothecin, der tumorhemmend wirkt. Ärzte setzen ihn heute in abgewandelter Form bei Krebspatienten ein. Ein Stoff bremst den Krebs ?Wir verwenden Camptothecin nicht direkt, es ist nicht so gut verträglich?, erklärt Professor Manfred Jung vom Pharmazeutischen Institut der Universität Freiburg. Die daraus halbsynthetisch hergestellten Arzneistoffe Topotecan und Irinotecan werden bei bestimmten Formen von Lungenkarzinomen, wiederkehrendem Gebärmutterhalskrebs und Tumoren im Dickdarm eingesetzt.?Dass diese Stoffe das Krebswachstum bremsen, haben Forscher im Rahmen einer Reihenuntersuchung entdeckt?, sagt Experte Jung. Camptotheca acuminata war ein Glückstreffer bei dieser Suche. Die Chinesen wussten schon vor Jahrhunderten, dass es sich um einen ?glücklichen Baum? handelt.05.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Karotten: Knabbern für ein langes Leben
Alpha-Carotin kann für ein langes Leben sorgen. Der Stoff ist beispielsweise in Mohrrüben enthalten Wer sich gesund ernährt und regelmäßig Gemüse mit reichlich Alpha-Carotin zu sich nimmt, kann damit sein Leben verlängern. Diesen Schluss legt eine Studie aus Atlanta (USA) mit mehr als 15.000 Erwachsenen nahe. Insgesamt starben in dem Beobachtungszeitraum von 14 Jahren 3810 Personen. Menschen mit einem hohen Alpha-Carotin-Spiegel im Blut hatten ein um 39 Prozent geringeres Sterberisiko als jene mit den niedrigsten Werten. Ernährungstipp: Karotten und Kürbis sowie dunkelgrünes Gemüse enthalten den Stoff reichlich. 07.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Abnehmen: Was dick und dünn macht
Wer abspecken möchte, sollte nicht nur weniger essen, sondern auch darauf achten, was er zu sich nimmt Weniger essen, sich mehr bewegen. Nicht immer geht diese einfache Formel auf, wenn man sein Gewicht halten möchte, so eine Studie im New England Journal of Medicine. Es kommt auch darauf an, was man isst. Forscher der Harvard Medical School maßen über 20 Jahre hinweg die Gewichts­­veränderung von 120?000 US-Amerikanern und fahndeten nach den schlimms­ten Dickmachern. Im Schnitt legten die Teilnehmer innerhalb von vier Jahren 1,5 Kilo zu.Wer häufig Kar­tof­feln, zuckerhaltige Getränke, rotes Fleisch und Wurst aß, wurde dicker. Am meisten nahmen ­diejenigen zu, die regelmäßig Kartoffelchips futterten ? ­diese fielen weit mehr ins Gewicht als Süßigkeiten. Wer dagegen öfter zu Gemüse, Vollkornprodukten, Früchten und Nüssen griff als zuvor, nahm ab. Als idealer Dünnmacher erwies sich Joghurt. Möglicherweise beeinflusst er über die Zusammensetzung der Darmbakterien das Gewicht, meinen die Forscher.10.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Salz: Weißer Suchtfaktor
Salz löst im Gehirn Glücksgefühle aus, haben Forscher herausgefunden Salz ist für den Körper unentbehrlich. Um die Salzzufuhr sicherzustellen, trickst er sogar den Geist aus: Nimmt man das Mineral zu sich, wird im Belohnungszentrum des Gehirns ein Gefühl der Befriedigung ausgelöst ? ähnlich wie beim Konsum von Kokain oder Heroin. Diesen Zusammenhang entdeckten Wissenschaftler der Duke-Universität in Durham (USA) bei Mäusen. Salzentzug mache das Gehirn empfänglicher für die Wirkung des ?Glückshormons? Dopamin, so die Forscher im Fachblatt PNAS. Bekamen die Tiere wieder Salz, reagierte ihr Hirn mit intensiven Glücksgefühlen.11.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Mundgeruch: Peinliche Brise
Schlechter Atem wirkt auf andere abstoßend. Er kann aber auch ein Symptom einer Erkrankung sein Das Zaziki am Vorabend, der Döner zum Mittagessen, das Fischbrötchen auf der Kirmes ? jeder isst ab und zu etwas, das vor­übergehend einen schlechten Atem macht. Der Grund für den üblen Geruch sind Bakterien, die im Mundraum Speisereste verarbeiten und dabei Schwefelverbindungen freisetzen. Doch legen sich solche Gerüche nach dem Zähneputzen schnell wieder.Wegen mangelnder Zahnpflege kommt allerdings auch niemand in die Spezial-Sprechstunde von Dr. Stefan Koch. ?Meine Patienten putzen sich in der Regel sogar überdurchschnittlich gründlich die Zähne. Trotzdem leiden sie unter chronischem Mundgeruch?, sagt der Zahnarzt, der sich in seiner Praxis in Sonneberg in Thüringen auf die unangenehmen Gerüche aus dem Mund spezialisiert hat. Ärzte bezeichnen sie als Halitosis.Heute wissen Mediziner, dass die Ursache bei etwa 85 Prozent der Betroffenen im Mundraum liegt. In vielen Fällen ist es Karies oder Parodontitis, die einen faulig riechenden Atem bewirkt. Vor allem in Zahnzwischenräumen und auf der Zunge finden die Keime einen guten Nährboden. Die Oberfläche der Zunge ist zerklüftet, hier gibt es für Bakterien genug Schlupfwinkel. Im Normalfall spült der Speichel die Speisereste und Bakterien aus dem Mundraum fort. Bilden die Speicheldrüsen aber nicht genug Sekret, nehmen die Bakterien schnell überhand und werden zur Geruchsquelle. Mundtrockenheit kann also schlechten Atem begüns­tigen. Besonders trifft das auf Schnarcher und Menschen unter Stress zu.Koch setzt seine Patienten am Beginn der Behandlung vor einen Kasten in Schuhkartongröße, in den sie durch einen Strohhalm ausatmen. Das sogenannte Halimeter zeichnet auf, wie viele Schwefelgase im Atem stecken.Von den üblichen Mundwässern rät der Zahnarzt ab, denn regelmäßig verwendet würden sie den unangenehmen Geruch nur überdecken und langfristig die Mundflora verändern. In manchen Fällen baut Koch auf eine zwei bis drei Monate lange Therapie mit speziellen Spüllösungen, die die Mundhöhle desinfizieren. Kann der Zahnarzt nicht helfen, führt der Weg häufig zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. ?Mundgeruch ist keine eigene Krankheit, sondern lediglich ein Symptom?, sagt Dr. Sylvia Krug, HNO-Ärztin aus Leipzig. ?Der eigentlichen Ursache muss aber auf den Grund gegangen werden.? Bei Mandel- und Nebenhöhlenentzündungen komme Mundgeruch relativ oft vor, sagt Krug. Zudem gebe es im Bereich der Speiseröhre Ausstülpungen, sogenannte Divertikel, in denen Speisereste hängen bleiben können. Sie kennt auch Fälle von schlechtem Atem durch eine Reflux-Ösophagitis. Hier schließt der Muskel zwischen Magen und Speiseröhre nicht richtig, und Magensäure fließt zurück in die Speiseröhre. Ein säuerlicher Geruch weist darauf hin. Riecht der Atem dagegen süßlich-fruchtig wie faulige Äpfel, kann das auf einen unentdeckten oder schlecht eingestellten Diabetes hinweisen. Beißen­­der Ammoniak-Dunst kann von einem Nierenschaden oder einer Leberzirrhose stammen. Dann ist der Internist die richtige Anlaufstelle. Charakteristisch ist in diesem Fall, dass nicht nur der Mund die Gerüche verströmt, sondern sie auch beim Ausatmen aus der Nase wahrzunehmen sind. ?Der schlechte Atem wird in diesen Fällen aber nicht das einzige Symptom sein?, sagt Krug. ?Solche Diagnosen sind die Ausnahme. Man darf sie jedoch nicht von vorn­herein ausschließen.?12.10.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Kaffee: Die richtige Menge senkt das Prostatakrebsrisiko
In einer Studie zeigte sich, dass Männer durch regelmäßigen Kaffeegenuss das Risiko senken können, an Prostatakrebs zu erkranken C-A-F-F-E-E, trink nicht so viel Caffee: Johann Sebastian Bach lag offenbar mit seiner berühmten Kaffee-Kantate falsch. Wissenschaftler der US-Universität Harvard analysierten Daten von 50.000 Männern, die 22 Jahre lang regelmäßig zu ihrem Kaffeekonsum befragt worden waren. Von ihnen erkrankten insgesamt 5035 an Prostatakrebs. Diejenigen, die mindestens sechs Tassen am Tag zu sich nahmen, hatten im Vergleich zu Abstinenzlern im Schnitt ein um fast 20 Prozent geringeres Risiko. Je mehr Kaffee die Studienteilnehmer tranken, umso niedriger war es, schreiben die Forscher im Journal of the National Cancer Institute. Am Koffein kann es nicht liegen. Der Konsum von koffeinfreiem Kaffee hatte den gleichen Effekt.26.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Blasinstrumente: Im Inneren lauern die Bakterien
In Trompeten und anderen Blasinstrumenten können sich Bakterien und Schimmelpilze sammeln. Reinigen hilft Mehr als 400 Bakterienstämme, dazu Schimmel- und Hefepilze fanden Forscher der Universität von Oklahoma (USA) in Klarinetten, Oboen, Trompeten und Posaunen einer Studentenband. Dabei spielte es keine Rolle, ob es sich um Holz- oder Blechblasinstrumente handelte. Fazit der Experten: Nicht nur die Mundstücke, sondern die kompletten Instrumente sollten nach jedem Auftritt gründlich gereinigt werden.27.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Hämophilie: Bewegung hilft bei Bluterkrankheit
Wer an der Bluterkrankheit leidet, lebt ständig in Gefahr, seine Gelenke zu schädigen. Sport kann vorbeugen Ein unbeabsichtigter Hüftschwung gegen die Tischkante, ein zu festes Auftreten mit dem Fuß oder ein leichtes Stolpern ? normalerweise bleiben solche Ungeschicklichkeiten folgenlos. Manchmal zeigt sich später ein kleiner blauer Fleck. Für die rund 10.000 Menschen in Deutschland mit Hämophilie, einer angeborenen, vererbbaren Blutgerinnungsstörung, können diese Nichtigkeiten jedoch schlimme Konsequenzen haben. ?Weil ihnen bestimmte Gerinnungsfaktoren im Blut fehlen, treten leicht Blutungen auf, vor allem in den Gelenken?, erklärt Dr. Georg Goldmann vom Hämophilie-Zentrum der Universitätsklinik in Bonn. Damit das nicht passiert, spritzt normalerweise zunächst der Arzt den jungen Patienten mehrmals in der Woche vorbeugend je nach Form und Schwere der Störung Gerinnungssubstanzen in die Venen. Später übernehmen das die angeleiteten Eltern und irgendwann die Kranken selbst. ?Das soll Blutungen im Alltag verhindern?, sagt der Mediziner Goldmann, der sich auf seltene Gerinnungserkrankungen spezialisiert hat. Denn wird eine Einblutung nicht rechtzeitig erkannt und entfernt, entstehen Entzündungen. Mit der Zeit werden Knorpel und Knochen geschädigt und die Gelenke zerstört. Noch bis vor 30 Jahren galten deshalb stark deformierte Gelenke in jungen Jahren als Zeichen der Bluterkrankheit.Erst austesten, dann trainieren Die leichteste Lösung bestehe darin, so dachten Mediziner lange, Hämophile von allen sportlichen Aktivitäten und spielerischen Bewegungen auszuschließen. Dies aber machte die ansonsten Gesunden bei Kameraden und Mitschülern zu Außenseitern. Und nicht nur das. ?Die Erfahrung hat gezeigt, dass geschonte Kinder in ihren alltäglichen Bewegungen oft ungeschickt und tollpatschig reagieren. Dann wird ein Sturz nicht abgefangen, und die Verletzungsfolgen fallen schlimmer aus als bei jemandem, der sich viel bewegt?, erklärt Dr. Karim Kentouche, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin an der Universitätsklinik Jena. Bluter, die ihre Muskeln regelmäßig trainieren und dabei Bewegungen koordinieren müssen, bauen Muskeln besser auf, stärken die Sehnen und die Balance. Das wiederum schützt die Gelenke.?Denn ein guter Muskelpanzer kann in manchen Fällen vor außergewöhnlichen Blutungen schützen?, sagt Goldmann. Inzwischen setzen sich Wissenschaftler und Ärzte dafür ein, Kinder und Jugendliche frühzeitig in Bewegung zu bringen. ?Damit, so hoffen wir, bleiben Hämophilie-Patienten bis ins Erwachsenenalter von Gelenkveränderungen verschont?, sagt Gerinnungsspezialist Kentouche. Gegen vorzeitigen Gelenkverschleiß entwickelte beispielsweise Marco Herbsleb vom Lehrstuhl für Sportmedizin an der Universität Jena unter der Leitung von Professor Holger Gabriel ein individuelles Konzept für Hämophile. Es soll Kindern und Jugendlichen helfen, besser einzuschätzen, welchen Sport sie in ihrer Freizeit und in der Schule mit Gleichaltrigen treiben können und was sie besser bleiben lassen sollten. Der Nachwuchs kann nach einem Besuch bei Kentouche in der Hämatologischen Ambulanz die sportmedizinische Einrichtung nutzen, um sich körperlich testen zu lassen. ?Dabei messen wir beispielsweise Ausdauer, Kraft und Koordination und geben im Anschluss konkrete Empfehlungen für den Schul- und Freizeitsport?, sagt Sportwissenschaftler Herbsleb. Zudem stellt er fest, ob bereits körperliche Probleme bestehen. Anhand der Ergebnisse entwickelt er für jeden Einzelnen spezielle Aufgaben und Übungen. So mancher Jugendliche konnte hier unter ärztlicher Aufsicht zum ersten Mal in seinem Leben körperlich an seine Grenzen gehen und etwa auf dem Fahrradergometer so lange in die Pedale treten, bis ihm fast die Puste wegblieb. Herbsleb berät aber auch Sportlehrer, wie sie Lehrpläne so ändern, dass ein hämophiler Schüler nicht die ganze Schulstunde auf der Bank sitzen muss. Sportarten mit häufigem Körperkontakt, wie etwa Fußball, sind für Bluter absolut verboten. Kräftige Berührungen mit dem Boden, wie beim Weitsprung, oder mit einem Sportgerät, etwa beim Bockspringen, können sie ebenfalls gefährden. Geht es um Snowboarden, Inlineskaten oder Squashen, entscheidet die jeweilige persönliche Situation. ?Häufig raten wir eher ab?, sagt Herbsleb. Spielerisches mit dem Ball ? also ohne Wettkampf ? ist erlaubt, zum Beispiel Passen oder besondere Koordinationsübungen. Schwimmen, Radfahren, Wandern, Yoga und Funktionsgymnastik beherrschen machen diese Kinder körperlich besonders fit. Die Körperwahrnehmung seiner Schützlinge liegt Herbsleb besonders am Herzen: ?Nur wer wahrnimmt, wie sich sein Knie anfühlt, wenn es dort zu einer Blutung kommt, oder der Muskel, wenn er müde ist, spürt, wann er sich überbeansprucht, und kann besser mit gefährlichen Situationen umgehen.? Deshalb versucht der Sportmediziner das Gespür der Kinder und Jugendlichen für ihren Körper zu schulen, insbesondere für die Füße und Beine, ?denn damit bewegen sich die Menschen nun einmal?. Tipps für Hämophile: Die Körperwahrnehmung gezielt schulen beugt Verletzungen vor. Ausdauertraining wie Radfahren, Wandern und Schwimmen tut gut. Auf stabiles Schuhwerk achten, das über die Knöchel reicht. Lieber häufiger und kürzer bewegen. Ermüdung vermeiden, denn sonst steigt das Risiko, sich zu verletzen. Keine Sportarten ausüben, die in einen Wettkampf münden. Erste-Hilfe-Maßnahmen beherrschen. 28.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Kosmetik: Pflanzen für die Haut
Wirkstoffe aus verschiedenen Pflanzen können gegen Entzündungen der Haut helfen, Feuchtigkeit spenden und Falten vorbeugen Bei vielen Hautproblemen hat sich der Einsatz von Pflanzenkosmetik bewährt. Das gilt zum Beispiel für: Trockene Haut: Auszüge aus Aloe vera befeuchten. Cremes mit Kakao- und Sheabutter helfen, Feuchtigkeitsdepots aufzubauen. Empfindliche Haut: Mandelöl beruhigt. Kamille, Birkenblätter und Ringelblume beugen Irritationen vor. Fettige Haut: Iris, Zaubernuss (Hamamelis) und Wegwarte sollen die Haut klären und die Poren verfeinern. Fältchen: Nachtkerzenöl, Granatapfel und Rotklee wehren schädigende Einflüsse ab und beugen so der Hautalterung vor. Cellulite: Birke, Efeu, Frauenmantel und Schachtelhalm sollen in Cremes und Ölen für ein gleichmäßigeres Hautbild an Oberschenkeln und Po sorgen. 29.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Das tägliche Bier
Wer jeden Tag Alkohol trinkt legt über die Jahre in der Regel stetig an Gewicht zu Wer über Jahre hinweg täglich Alkohol trinkt, legt an Gewicht zu, berichten Forscher des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung in Potsdam. Sie analysierten die Maße von rund 250.000 Europäern. Die Daten werden seit 1994 in der EPIC-Studie erhoben. Ergebnis: Männer, die regelmäßig Alkohol tranken, brachten im Schnitt drei Kilogramm mehr auf die Waage. Bier wirkte sich dabei stärker aus als Wein. Bei Frauen zeigte sich zwar kein Unterschied in den Pfunden, aber im Bauchumfang: Das Plus betrug im Mittel 1,5 Zentimeter. Offenbar bewirkte der Alkohol eine ungünstige Verteilung des Körperfetts. ?Nimmt der Taillenumfang zu, steigt auch das Risiko für Typ-2-Diabetes sowie bestimmte Krebs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen?, warnt Professor Heiner Boeing, der Leiter der EPIC-Studie. 09.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Eibe: Vom Todesboten zur Arznei
Der Baum galt einst als Symbol für Ewigkeit und Verderben. Heute dient sein tödliches Gift als Krebsmittel Es geschah rund 5300 Jahre vor unserer Zeit. Ein bewaffneter Mann Mitte 40 starb an Verletzungen, die vermutlich von einem Kampf herrührten. Kein Einzelfall ? trotzdem sollte genau dieser Steinzeitmensch Geschichte schreiben. Als Gletschermann ?Ötzi? gelangte er 1991 zu Weltruhm.In seinem Besitz fanden Forscher unter anderem einen Bogen aus Eibenholz. Nicht von ungefähr hatte der Jäger ausgerechnet dieses elastische und gleichzeitig widerstandsfähige Holz gewählt. Von der Jungsteinzeit bis ins späte Mittelalter verwendeten es die Menschen bevorzugt zum Waffenbau.?Eiben galten jahrhundertelang als lebende Waffenlager?, sagt Dr. Hilke Steinecke vom wissenschaftlichen Dienst des Palmengartens in Frankfurt am Main. Deshalb hätten die Menschen die Bäume damals häufig um ihre Burgen herum angepflanzt. ?Das Holz war so begehrt, dass es in England im Jahr 1492 sogar einen Erlass gab, dem zufolge Kaufleute mit jeder Warenlieferung auch vier Eiben bögen einführen mussten?, erzählt Hilke Steinecke. Jagen und Morden In der Mythologie galten die Bäume als düsteres Todessymbol. ?Eibenwälder sind sehr dicht und dunkel und wirken bedrohlich. Der Hauptgrund für die Assoziation mit dem Tod wird aber die extreme Giftigkeit sein?, vermutet Botanikerin Steinecke. Das Gift diente in alter Zeit Mordzwecken.?Jäger haben Pfeilspitzen daraus hergestellt, Mörder verwendeten es, um unliebsame Zeitgenossen aus dem Weg zu schaffen?, erklärt Professorin Andrea Polle von der Abteilung für Forstbotanik und Baumphysiologie an der Göttinger Georg-August-Universität. Selbst der mächtige römische Herrscher Julius Cäsar soll Anschläge mit dem natürlichen Giftstoff gefürchtet haben.?In der Medizin diente das Gift der Eibe als Abtreibungsmittel?, berichtet Hilke Steinecke. So manche Frau wird diese Behandlung mit der verhängnisvollen Substanz allerdings nicht überlebt haben. Im christlichen Abendland steht das knorrige Gewächs seit Jahrhunderten auf Friedhöfen. Polle nennt einen alten Spruch: ?Aus jedem Toten wächst eine Eibe.?Die Bäume stehen aber nicht nur für Tod und Verderben, sondern auch für Ewigkeit und Unverwüstlichkeit. Manche können sogar Jahrtausende überdauern. Bei den Kelten galten Eiben als Verbindungsglied zwischen Diesseits und Jenseits. Im keltischen Jahresrad waren sie das Symbol für den Tod der Sonne.Die Menschen priesen das Holz als heilig, sie fertigten Runen, Zauberstäbe und Wünschelruten daraus. Der Dichter William Shakespeare griff die Assoziation mit der Welt der Magie auf und ließ seine Hexen in ?Macbeth? einen Zaubertrank mit Eibenholz brauen. Schutz vor bösem Zauber Noch zu Beginn der Neuzeit vertrauten die Menschen auf die überirdischen Kräfte des Holzes. Als Kettenanhänger sollte es vor bösem Zauber schützen. Heute nutzen Mediziner einen nahen Verwandten der bei uns heimischen Eibe in der Chemotherapie: die Pazifische Eibe (Taxus brevifolia).?Die Substanz Paclitaxel setzen wir erfolgreich gegen Lungen-, Eierstock- und Brustkrebs ein?, berichtet Professor Thomas Efferth, Leiter der Abteilung für pharmazeutische Biologie am Institut für Pharmazie und Biochemie der Johannes- Gutenberg-Universität in Mainz.Seit US-Forscher zufällig auf die segensreiche Wirkung stießen, ist der Stoff sehr begehrt. ?Um den Bedarf zu decken und gleichzeitig die Bestände zu schützen, stellen wir das Krebsmittel halbsynthetisch her?, sagt Efferth. Die Eibe, einst ein düsterer Todesbote, symbolisiert heute Hoffnung für viele Patienten. 07.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare

Ernährung: Richtig frühstücken, schlank bleiben
Wer mit einer eiweißreichen Mahlzeit in den Tag startet, beugt Heißhungerattacken vor Proteinreiche Speisen am Morgen sättigen lange und beugen so Heißhungerattacken vor. Diesen Schluss legt eine Studie der Universität von Missouri in Columbia (USA) nahe. Die Wissenschaftler untersuchten drei Wochen lang zehn übergewichtige junge Mädchen, die normalerweise nicht frühstückten.Die Teenager verzichteten entweder weiter auf ihr Frühstück oder nahmen ein 500-Kalorien-Mahl mit normalem oder hohem Eiweißgehalt zu sich. Die Forscher fragten nach dem Befinden der Jugendlichen, maßen verschiedene Hormonspiegel und beobachteten mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie die Aktivitäten in den Hirnbereichen, die Hunger und Sättigung regeln. Am längsten sättigte das eiweißreiche Frühstück. 03.09.2011, Apotheken Umschau Kommentare


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